Baubericht | Fw 190 D-13 "Gelbe 10" - W.Nr.836017
Revell 04725 "Fw 190 D-9 Late"

fw190panorama

Als letzte gebaute Version des berühmten Focke-Wulf- Jägers stellt die "Dora-13" den Endpunkt der technischen Entwicklung dieses schönen Flugzeuges dar. Einige technische Details verweisen hierbei schon weiter auf die Ta-152- Baureihe.
Die Seitenbänke im Cockpit z.B. waren die gleiche vereinfachte Konfiguration mit Holzabdeckungen wie in der 152. Der auffälligste äußerliche Unterschied zur D-9 sind aber sicher die veränderte Motorhaube und die Waffenabdeckung vor dem Arbeitsplatz des Piloten.

Da die D-13 statt der Rumpfwaffen vor der Windschutzscheibe ein drittes MG 151/20 als Motorkanone eingebaut hatte, war die Waffenhaube vor der Panzerscheibe windschnittig flach konfiguriert. Unter ihr befindet sich der Magazinbehälter der Motorkanone.
In dieser Variante der "Dora" ist der späte Junkers- Motor Jumo 213 F-1 mit der großen ovalen Ladeluft- Hutze verbaut worden. Dieser hatte eine massivere Motoraufhängung. Deswegen wurden in die Abdeckbleche des Motors beidseits längliche Verbreiterungen über dem Motorträger eingearbeitet. Dieser dezente "Wulst" fällt einem erst auf den zweiten Blick ins Auge, verleiht der D-13 aber ein etwas bulligeres Aussehen als der D-9.

Die Produktion der Fw 190 D-13 begann erst kurz vor Kriegsende bei Weserflug, weshalb nur wenige Maschinen gebaut wurden. Genaue Produktionszahlen sind nicht bekannt, vermutlich gab es nicht mehr als zwanzig fertig gebaute Maschinen bevor der Krieg zu Ende war. Die Werk-Nr. 836018 ist die höchste belegte Nummer der 836000-Serie, so dass man von mindestens 19 fertiggestellten "Dora-13" ausgehen kann.
Trotz dieser geringen Auflage hat eine dieser Maschinen bis heute überlebt! Sie steht perfekt restauriert im Flying Heritage Museum in Seattle. Einzig die phantasievolle Lackierung dieser Maschine verleitet zum Stirnrunzeln. Doch dazu später mehr...

Das Modell:

Da für mich die späten "Doras" von Focke-Wulf die schönsten Flugzeuge der deutschen Luftwaffe sind, wollte ich lange schon ein 1/32- Modell der berühmten "Gelben 10" bauen. Einen fertigen Bausatz der 190 D-13 in diesem Maßstab gibt es bisher nicht. Daher ist man auf chirurgische Eingriffe und Umbausätze für D-9- Modelle angewiesen.
Als Basis für meine D-13 diente mir die Fw-190 D-9 von Revell aus den Formen von Hasegawa (ist nur ein bisschen billiger gewesen).

fw190d13 Zunächst dachte ich, ich kann den Umbau einfach und unkompliziert mit dem Fw 190 D-13 Conversion Set von J. Rutman ausführen. Aber weit gefehlt! Der Umbausatz, den ich geliefert bekam, war fast vollständig unbrauchbar. Die drei Hauptteile, die Rumpfschalen mit den Motorabdeckungen, waren völlig verzogen und aufgrund von Schrumpfung des verwendeten Resins auch zu klein dimensioniert. Das einzige Teil aus diesem Set, das ich verwenden konnte, war die große Lufthutze für den Ladelufteinlauf. Alles andere war ein Fall für den Mülleimer. Absolut nicht empfehlenswert!

Um die charakteristische Form des Vorderrumpfes zu gestalten, musste nun zu Säge, Spachtel und Schleifpapier gegriffen werden. Als Vorlage für die Gestaltung dienten mir vor allem die Werke von Jerry Crandall. Nachdem die neu gestalteten Bereiche verschliffen waren, mussten einige Gravuren neu gezogen werden.

fw190d13 Der Einsatz der anderen verwendeten Bausätze verlief reibungslos. Besonders die Bronze- Fahrwerksbeine von Eduard und der geniale Propeller- Bausatz von Henri Daehne waren für mich die Highlights. Da ich die Linienführung der ganz späten Fw 190 und der Ta 152 wunderschön finde, beschloss ich, das Cockpit geschlossen und mit einem Piloten am Steuer zu bauen. Daher kann man (wie so oft) von dem aufwändig bemalten Cockpit am Ende so gut wie nichts mehr sehen. Zumindest kann man die scratch gebaute Motorkanone, die von vorne her bis ins Cockpit reicht, erkennen. Aber auch nur beim Blick von unten durch den Fahrwerkschacht!

Bei früheren Modellen habe ich die Nietenreihen oft mit Nietenräder ins Plastik eingraviert. Diesmal wollte ich das Nietenset der Firma HGW probieren. Dabei handelt es sich um vorgedruckte Nietenreihen auf Decalpapier, die sich wie ein Wasserschiebebild auf das Modell "kleben" lassen. Dabei ist jede einzelne Niete ein separates Decal. Das heißt, es gibt am Ende keine hässliche Trägerfolie, die auf dem Modell zurückbleibt. Ich habe diese Nietenreihen nach dem Grundieren und Preshading aufgeklebt und gehofft, die silbernen Nieten würden auch farblich noch sichtbar sein, wenn ich die Tarnfarben nicht zu dick auftrage. Dem war nicht so. Trotzdem bildet jede der Nieten in der Lackschicht eine kleine Erhebung, die für ein sehr realistisches dezentes Nietenbild auf der Oberfläche sorgt. Ich hoffe, man kann das auf den Fotos erkennen.

Die Lackierung der "Yellow 10" wird ja mitunter recht kontrovers diskutiert. Als dieses Flugzeug 2001 fertig restauriert war, erweckte das angebrachte "bunte Farbenkleid" weltweit Aufsehen in der Fachwelt. Ausgetüftelt wurde es von Jerry Crandall, einem ausgewiesenen Spezialisten für die "Doras" von Focke-Wulf. Bei diesem Tarnschema ist ihm meiner Meinung nach aber seine Phantasie rasant davon galoppiert.

Die einzigen Bilddokumente, die Aufschluss über das Tarnkleid der "Gelben 10" geben, wurden 1945 in Holland auf dem Flugplatz Gilze-Rijen geschossen. Dieser Militärflugplatz östlich von Breda ist auch heute noch im Betrieb.

Auf diesen s/w- Fotos sind die Steuerbordseite und auch die Oberseiten der Flächen gut zu erkennen. Allerdings ist das Flugzeug stark fleckig mit dunkler Tarnfarbe nachgetarnt, was die exakte Rekonstruktion sehr schwierig macht. Jerry Crandall ist der Überzeugung, dass es sich hierbei um eine werkseitige "Speziallackierung" handelt. Er glaubt auch, dass das deutsche Bodenpersonal dieses Flugzeug des Geschwaderkommandeurs zusätzlich an der vorderen Kühlerhaube mit dem Wort "Kommodore" markiert hat. Beides halte ich für ausgemachten Unsinn. Das wäre dann das einzige Flugzeug der ganzen Luftwaffe, das so behandelt worden wäre.


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Mit allergrößter Sicherheit rollte auch dieser Flieger mit einem Weserflug- Standardtarnschema in RLM 76/75/81 aus den Werkshallen und wurde dann mit Grüntönen (vermutlich 81 und 82) abgedunkelt, um ihn am Boden besser zu tarnen. Der Farbton RLM 83 ist übrigens ein sehr dunkles Blau gewesen und nicht Dunkelgrün, wie oft vermutet. Aber das ist ein anderes Thema.

Diese Vorgehensweise habe ich versucht zu kopieren und habe mich dabei auch nur an den bekannten Originalfotos orientiert. Auf diesen Fotos vom Sommer 1945 erkennt man auch ein vermutlich in Rot ziemlich krude aufgemaltes "Ko..." hinter einem Propellerblatt auf der Front der Kühlerhaube. Dass diese Beschriftung "Kommodore" oder wie zu einer anderen D-9 von Jerry Crandall vermutet "Kölnisch Wasser" (!!!) bedeuten soll, treibt mir Tränen des Lachens in die Augen.

Nach der Kapitulation wurden die auf den Flugplätzen gesammelten Maschinen demilitarisiert. Dazu wurden die Waffen ausgebaut und die Munition entfernt. Hierfür wurde oft deutsches Bodenpersonal eingesetzt. Nachdem ein Flugzeug entwaffnet war, wurde es meist von den ausführenden Mannschaften markiert. Für mehrere Fw 190 D-9 ist dokumentiert, dass hierbei dann das Wort "Kontrolliert" auf die Kühlerhaube gepinselt wurde. Und genau das war sicherlich auch bei der "836017" so. Beim Studium der Fotos sieht man auch eindeutig, dass die Waffen ausgebaut und die Mündungslöcher an den Flügelwurzeln und am Spinner überklebt worden sind.

Ich denke, ich habe mit meiner Version der Bemalung eine realistische Rekonstruktion dieses herrlichen Flugzeuges geschafft. Falls einer von euch andere Ideen dazu hat: bitte gerne schreiben!

Detailsets und Ergänzungen:

- HD Scale Models Saxonia "Fw 190 D-13 Junkers VS 9 Verstellpropeller"
- Quickboost QB 32 186 "Fw 190 D-9 Correct Cowling"
- AIRES 2010 "Fw 190 D-9 Cockpit Set"
- AIRES 2020 "Fw 190 D Wheel Bay"
- FineMolds AH-02 "Pitot Tube an MG151 Barrels"
- Eduard 632 057 "Fw 190 undercarriage legs Bronze"
- Eagle Parts EP#48-32 "Fw 190 Main Tire and Wheel set"
- Eagle Parts EP#59-32 "Fw 190 Dora Wing Flaps"
- Eagle Parts EP#44-32 "Fw 190 D-9 Tail Wheel"
- HGW #321001 "Fw 190 D-9 Nieten-Set"
- Eagle Cals EC#59 "Yellow 10 & Friends"
- Montex Maxi Mask MM 32004 "Fw 190 D-9"


Ich hoffe, euch gefallen die Fotos.

Ich hatte auf alle Fälle jede Menge Spaß!

Viele Grüße!


Dominikus

Focke-Wulf - Fw 190 D-13 "Gelbe 10"
W.Nr.836017

von: Dominikus Hausmann

Scale: 1/32

Revell 04725
"Fw 190 D-9 Late"

Um die "D-13" möglichst originalgetreu nachzubauen, habe ich ein ganzes Arsenal an Zurüstsätzen eingebaut und viele Anpassungen vorgenommen.

Viel Spaß beim lesen...
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